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Die App gegen Lebensmittelverschwendung

„Too Good To Go“ – der Name ist Programm. „Denn die gleichnamige App samt Internetplattform hat das Ziel, Lebensmittelverschwendung in der Gastronomie zu reduzieren.“

In Zeiten von Nachhaltigkeit und effizientem Ressourceneinsatz ist das eine ziemlich schlaue Idee. Denn: in der Gastronomie landen jährlich zwischen 837.000 und 1.015.000 Tonnen Lebensmittel in der Tonne (Universität Stuttgart).

Und wir reden hier nicht von verdorbenen Lebensmitteln oder Resten, die Gäste auf ihren Tellern übriggelassen haben. Sondern all die Lebensmittel, die den Tag über nicht über die Ladentheke gingen. Die allesamt weder schlecht noch unappetitlich sind – und dennoch abends meist der Mülltonne überlassen werden.

Diese Lebensmittel auf irgendeine Art doch noch an den Mann (eher gesagt den Kunden) zu bringen, leuchtet daher absolut ein.

Noch schlauer ist es, solch eine Idee nicht alleine des hehren Gedankens willen, oder in missionarischer Weltverbesserungsabsicht durchzuführen, sondern ein Geschäftsmodell daraus zu entwickeln. Denn sind wir ehrlich, der gute Gedanke als solcher ist viel wert und wichtig – der Anreiz bei gegebenem Geldsparpotenzial ist einfach ein höherer. Also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen! Das hat Too Good To Go grandios geschafft und bietet mit seiner App und dem Internetauftritt also nicht nur ein nützliches Angebot, sondern eben auch ein cleveres Geschäftsmodell, „das den Restaurants einen Anreiz gibt, das Essen nicht wegzuwerfen.“.

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Wie funktioniert´s?

All die Gerichte, die bei Geschäftsschluss übrig sind, können vom Kunden per App oder online bestellt werden. Die Zahlung erfolgt ebenfalls online, der Kunde bekommt eine Bestätigung auf sein Handy und kann sich zu gegebener Uhrzeit sein Essen in Take-Away-Boxen oder Papiertüten (biologisch abbaubar und werden von TooGoodToGo gestellt) abholen. Die Preise liegen hier zwischen 2-6 €.

Super easy kann man sich so durch italienische Gerichte, Sushi, Backwaren und vieles mehr durchessen. Voraussetzung ist na klar, dass in der näheren Umgebung Restaurants diesen Service anbieten. Das scheint in größeren Städten schon ganz gut zu klappen. Bisher wurden mit 92.000 Usern in 120 Gastro-Betrieben rund 13.000 Mahlzeiten „gerettet“. Und angesichts der Tatsache, dass es diesen Service in Deutschland erst seit April 2016 gibt, besteht die berechtigte Hoffnung, dass die Anzahl der teilnehmenden Gastronomen weiter steigen wird.

Wer hat´s erfunden?

Too Good To Go wurde im schönen Dänemark von zwei jungen Herren gegründet: Stian M. H. Olesen und Thomas Bjørn Momsen. Ende 2015 gingen sie mit Webseite und App auf den Markt. Innerhalb weniger Wochen gingen die Nutzerzahlen durch die Decke. Mittlerweile wurde das Konzept auf weitere Märkte ausgeweitet: in Frankreich, Norwegen, Großbritannien und eben – Deutschland. Hierzulande sind Kirstine und Philip verantwortlich, die gerne Fragen rund um den Service beantworten.

Ein Geschäftsmodell im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung ist in der heutigen Zeit ziemlich visionär. Zum Einen aus Umweltgründen, zum anderen- und das eben macht das i-Tüpfelchen aus – weil es eben auch den Nicht-Umweltbewussten genug ökonomischen Anreiz bietet, mitzumachen.

Leute, die etwas wagen, ihre alten Jobs aufgeben und sich in ein Startup stürzen, weil sie an die Idee dahinter glauben ebenfalls. Daher sind wir glücklich, Euch hier Visionäre der Kategorie A zu präsentieren. 🙂

Dass dies nicht nur wir so sehen beweist Niklas Zennström, Gründer von skype, der Interesse an dem Startup zeigt.

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#Reduziere Lebensmittelverschwendung

About-Text und Bild via toogoodtogo.de